Montag, 23. April 2012

Das Spiel der Machos

Irgendwie Top
Irgendwie begann alles als ein Spiel ...
„Veuve Cliquot. Die Flasche habe ich schon ewig. Eine sehr gute Gelegenheit, sie endlich mal zu leeren“, meinte Alex augenzwinkernd, musterte Markus ganz genau. Ob er wohl eine besondere Reaktion von Markus erwartete? Nur welche? Sollte er jetzt angetan tun?
Ohne Zweifel war dieses Getränk teuer und selten, sonst würde Alex kein solches Getue darum machen.
Rasch überwand Markus seine Unsicherheit.
„Bin ich etwa eine so gute Gelegenheit?“, erkundigte er sich süffisant grinsend, beugte sich vor und nahm das filigrane Glas vorsichtig in seine plötzlich grob und sehr groß wirkende Hand.

„Eine gute Gelegenheit mit jemand Speziellem zu trinken“, konterte Alex lächelnd, beugte sich nun ebenfalls näher zu Markus heran. Langsam nahm er sein Glas hoch, drehte es prüfend in seinen Fingern, ohne Markus dabei aus den Augen zu lassen. Die feinen Luftbläschen im Champagner machten winzige, kaum wahrnehmbare Geräusche. Das Prickeln andererseits schien die Luft zwischen ihnen zu erfüllen. Ihre Gesichter waren kaum fünfzig Zentimeter voneinander entfernt.

Alex schwenkte das Glas ganz leicht hin und her. Dann prostete er Markus zu, nahm einen Schluck und schloss genießerisch die Augen. Fasziniert beobachtete Markus ihn dabei. Sein Blick blieb an den feuchten, sinnlichen Lippen hängen und er spürte augenblicklich, wie das Glas in seiner Hand zu zittern begann, als Alex sich betont langsam über die Lippen leckte.

„Und eine gute Gelegenheit für eine Revanche“, raunte Alex lächelnd, öffnete dabei wieder die Augen. Braune, wunderschöne, ausdrucksstarke Augen. In ihnen loderte ein verzehrendes Feuer. Gefährlich und heiß. Hastig setzte Markus sein Glas an, nahm einen viel zu großen Schluck, nur um zu verbergen, wie heiß ihn Alex' Anblick gemacht hatte. Der Champagner perlte in seinem Mund. Oh ja, das Zeug war lecker. Viel berauschender jedoch war der Anblick von Alex' feuchten, roten Lippen.  Diese verführerische Zunge! Was die alles mit ihm an den richtigen Stellen anstellen konnte …
Markus’ Temperatur stieg weiter.

„Gefällt es dir?“, fragte Alex leise nach. Sein Blick wanderte forschend über Markus’ Gesicht und ihm konnte kaum entgehen, dass diesem gerade ziemlich warm geworden war. Seine Mundwinkel hoben sich auch prompt zu seinem typischen, spöttischen, etwas herablassenden Lächeln.
Markus’ Herz schlug erwartungsvoll schneller. Da waren sie wieder. Gefangen in ihrem Spiel. Nur heute würde er das Spiel eröffnen und bestimmen. Er würde dominieren. Ein durchaus geschickter Auftakt von Alex, freilich er würde ebenso kontern.

„Fast so gut wie deine Küsse“, gab Markus selbstsicher lächelnd zurück, kam Alex’ Gesicht prompt noch näher. Abschätzend blickte er Alex über sein Glas hin an, spürte die mikroskopisch feinen Tröpfchen des Champagners in seiner Nase und an seiner Wange kitzeln. Lauernd fügte er hinzu: „Ein bisschen herb, ein wenig süß, perlt weich über die Lippen und prickelt im Nachgeschmack. Ja, könnte mir gefallen. Man möchte sofort mehr davon haben.“

Alex grinste zufrieden und lachte leise auf. „Mehr?“, hakte er belustigt nach und zog seine Augenbrauen hoch. Die braunen Augen blitzten plötzlich angriffslustig auf. „Kannst du gerne haben“, raunte er mit seiner sexy Stimme und hob sein Glas. Er setzte es an, legte den Kopf leicht zurück und nahm einen sehr tiefen Schluck.

Markus Blick glitt von den Lippen zum Kinn und blieb an Alex' elegantem Hals hängen. Er wartete atemlos, gespannt auf die unweigerliche Bewegung des Adamsapfels, doch Alex schluckte nicht. Stattdessen stellte er das Glas wieder ab, hob bedächtig seine Hand und zog Markus dann abrupt an seinem offenen Hemd zu sich heran.

Viel zu verblüfft, um zu reagieren, ließ Markus es geschehen, spürte im nächsten Moment schon Alex' weiche Lippen auf seinen und eine Zungenspitze sich fordernd, drängend zwischen seine Lippen schieben. Überrumpelt öffnete er sie, fühlte augenblicklich ein Prickeln an seinen Lippen, die warme Feuchte und den Geschmack des Champagners auf seiner Zunge, als Alex den Schluck aus seinem Mund in den seinen gleiten ließ.

Verblüfft spannte sich Markus’ Körper an und um ein Haar hätte er sich verschluckt, so überrascht war er von Alex' Aktion. Gleich darauf öffnete er jedoch bereitwillig den Mund noch weiter, sog die wohlschmeckende Flüssigkeit in seine Mundhöhle, leckte verlangend nach Alex' Lippen, gierte nach jedem Tropfen des köstlichen Champagners, lechzte nach jeder Berührung der weichen Lippen. Wahnsinn! Einfach nur Wahnsinn.

Alex zog sich zurück und ließ seine Zunge langsam aus Markus' Mund gleiten. Sie verweilte noch einen winzigen Moment auf dessen Lippen, der gierig nach Alex' schnappte, den Kontakt unbedingt weiter aufrecht erhalten, diese wundervolle, sinnliche Berührung nicht missen wollte.

„Scheint dir wirklich gut zu schmecken“, stellte Alex nüchtern fest. Triumphierend lächelte er, als Markus blinzelte, hart schluckte, sogar etwas schwankte und Sekunden brauchte, um wieder ins Hier und Jetzt zu kommen. Wahnsinn! Der schiere Wahnsinn. Was anderes konnte er gerade nicht denken.
Ihm war heiß, ihm war kalt. Alles zugleich. Eindeutig, dieser Punkt ging an Alex! Verdammt!

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