Montag, 13. August 2012

Lesehappen aus Begabung

Heute hat mein Fantasy-Epos "Eine besondere Begabung" auf ff 400 Favos errreicht. Eine tolle Zahl, finde ich, gerade für eine Fantasystory. Derzeit hänge ich mit dem Nachschub leider etwas hinterher, obwohl ich noch so einiges mit Dravo und Arlyn vorhabe. Daher gibt es hier noch mal ein größeres Lesehäppchen aus der Story und ich bin am nächsten Kapitel dran, welches die nächsten 2-3 Wochen kommen sollte.
Danke.
Bitte seht gnädig über die blöden Füllwörter und Wiederholungen noch einmal hinweg ... Es ist schon etwas älter und die Story muss überarbeitet werden ... Dennoch ist dieses Kapitel eins meiner liebsten.

>„Was macht dir solche Angst, Arlyn? Sag es mir!“, zischte Dravos Stimme über ihm. Seine Hand lag schwer auf ihm. Er fühlte es darunter warm werden, als ob sich etwas sammeln würde.
„Mache ich dir Angst, weil ich mehr Kraft habe als du?“, fragte Dravo nach, sein hartes Gesicht sah auf ihn herab. „Weil ich dich ohne weiteres festhalten kann, wenn ich es möchte, so wie jetzt?“

Dravos Gesicht war wieder dicht an Arlyns, sein Blick schien ihn zu durchbohren. Dann waren da andere Augen. Ähnlich grausam. Sie sahen ihn lüstern an, ohne Mitleid, verhinderten, dass Arlyn den Blick abwandte. Da war so viel Schmerz in ihm, in seinem Unterleib. Arlyn keuchte erneut auf, versuchte, die fremden Bilder zu verdrängen.
„Ja!“, flüsterte er erstickt. „Ja, du machst mir Angst! Ich habe schreckliche Angst!“
Seine dunklen Augen sahen Dravo fast hilfeflehend an, der alles hinab schluckte, seine Emotionen tief in sich versteckte. Unter seiner Hand auf Arlyns Brust fühlte er dessen Herz schnell und schmerzhaft schlagen. Die Haut fühlte sich fast heiß an, schien leicht zu vibrieren.

„Gut“, spie ihm Dravo ins Gesicht. „Warum lässt du es dir dann gefallen?“
Er zog Arlyn mit einem festen Griff an seinem Hemd hoch und ganz dicht an sich heran. Arlyn ließ den Stock fahren, hob nur wenig die Hände, in einer winzigen, hilflosen, abwehrenden Geste.

„Du bist so viel stärker als ich“, stieß Arlyn angstvoll hervor.
Hände überall. Sie packten ihn, zerrten an ihm, drückten seine Beine auseinander. Schmerz! So viel Schmerz.
„Ich habe Angst vor dir. Du machst mir Angst“, flüsterte er entsetzt, gefangen zwischen Dravos Augen und den fremden Erinnerungsfetzen in ihm. „Ihr macht mir alle Angst. Es tut so weh!“

„Dann, mein Hübscher, solltest du den Stock nehmen und dich endlich wehren, denn ich habe keine Angst vor dir!“, zischte ihn Dravo mit harter Stimme an und stieß ihn wieder zurück.
Er sprang auf, ließ ihm etwas Zeit wieder aufzustehen und tatsächlich griff Arlyn erneut zögernd nach dem Stock.
Eine Waffe. Sich wehren. Er hatte sich gewehrt. Aber dann...
Entsetzt schloss Arlyn wieder kurz die Augen. Hartes Holz. Wieder und wieder fuhr es auf ihn nieder. Schmerzen auf seinem Rücken, seinem Gesäß, überall auf und in ihm.

Dravo griff wieder blitzschnell nach Arlyn, als der seine Augen schloss, packte die Hand, mit der er nun den Stock umklammerte und zog den erstarrten Jungen wieder zu sich heran. Arlyns Atem ging so heftig, dass Dravo kurz zögerte, er vermeinte sein Herz an seinem Körper sehr schnell und heftig schlagen zu hören, aber er konnte jetzt nicht aufhören.
Er schlang seinen Arm mit dem Stock um Arlyns Taille und presste seinen Körper fest gegen seinen, schmiegte sich gegen ihn. Das erregte ihn natürlich und er genoss es durchaus.
Nie zuvor, war er Arlyn so nahe gekommen, hatte er diesen begehrenswerten Körper so an sich gepresst gefühlt. Sein Oberschenkel drückte gegen Arlyns Schritt und Dravo war sich plötzlich wieder bewusst, dass er sich zwischen einem Spiel und Ernst befand. Es würde nicht viel brauchen, um sich von Arlyn zu nehmen, was er so begehrte. Nicht viel. Wenn Arlyn sich nicht wehrte.

Arlyn keuchte wieder auf und wand sich dann heftigst in seiner groben Umarmung.
Ein schwerer Körper auf ihm, der ihn hinab presste, sich stoßend auf und in ihm bewegte. Schmerzen, so viele Schmerzen. Arlyn schrie auf. In ihm fühlte er etwas sehr heißes, gefährliches, bereit zu explodieren, wenn er es nur zulassen würde.
Dravos Bein drückte gegen seine Hoden, verursachte einen leichten Druck.
Eine Hand die sich darum klammerte, drückte, bis es wirklich schmerzte. Arlyn wimmerte bei den Bildern, fühlte den Schmerz real in seinem Unterleib. Hände auf ihm, in ihm. Überall tastend.

„Ich weiß, dass du das nicht magst, Arlyn!“, raunte ihm Dravo zu, verstärkte den Druck weiter, rieb sich wohlig an ihm. In seinem Unterleib zuckte es.
Arlyns Wimmern nahm zu, er wand sich heftig hin und her, presste immer wieder die Augen zu, öffnete sie gleich danach schlagartig. Die Realität und die Bilderfetzen in ihm drohten sich zu vermischen, ihm den Verstand zu rauben.

„Aber ich mag es dich so zu berühren! Ich mag deinen schlanken Körper so dicht an meinem. Das gefällt dir doch eigentlich auch, mein schöner Arlyn,“ grinste Dravo in Arlyns verzerrtes Gesicht. Dann ließ er ihn wieder los und sofort wich Arlyn keuchend vor ihm zurück, ihn immer noch fassungslos anstarrend.

„Nein!“, stieß er plötzlich heiser hervor, „Nein, ich mag das nicht! Ich will das nicht. Nie mehr!“

Er verstand nicht, was Dravo mit ihm tat. Warum er das machte, was er eigentlich von ihm wollte!
Er war so voller Angst und Dravo ließ ihn einfach nicht in Ruhe, bedrängte ihn immer weiter. Immer dichter brachte er ihn an diese Grenze, die er nicht überschreiten wollte. Dieses Etwas in ihm wollte hinaus, aber er wollte es nicht. Unter gar keinen Umständen!

Grinsend stand Dravo vor ihm, trat einen Schritt auf ihn zu und hob erneut die Hand, griff wieder nach ihm. Arlyn wich aus.
„Ich glaube, du magst es offenbar doch, denn du wehrst dich ja nicht wirklich“, grinste Dravo zufrieden. „Du kannst mich ja daran hindern, dein schönes Gesicht zu berühren.“
Er griff nach Arlyns Kinn und der wich wieder zurück, aber Dravo folgte ihm augenblicklich.
„Oder deine hübschen Haare.“
Wieder griff Dravo nach Arlyn, wieder wich er einige Schritte zurück, den Stock jetzt fest umklammernd. „Oder den Rest von deinem begehrenswerten Körper, mein schöner Arlyn!“
Dravo machte wieder einen großen Schritt auf Arlyn zu, dessen Gesicht sich jetzt anders verzerrte.

„Hör auf! Hör auf mich, so zu nennen“, stieß er verzweifelt hervor. In ihm brodelte es. Er hatte solche Mühe, sich auf Dravo zu konzentrieren. Immer häufiger waren diese erschreckenden Gefühle und Bilder da, schoben sich vor ihn, verzerrten die Wirklichkeit.

Dravo lachte nur hämisch auf. Dieses Spiel genoss er mittlerweile durchaus. Er legte den Kopf schief und schätze Arlyn mit seinem harten Blick ab.
„Aber am meisten mag ich es, deinen hübschen, runden Hintern zu tätscheln. Wie willst du mich denn daran hindern?“, fragte er abfällig und überwand die Distanz zu Arlyn mit einem blitzschnellen Satz.

Kurz hob Arlyn den Stock abwehrend und wich dann ebenso schnell bis zur Wand zurück.
„Nein!“ stieß er erschrocken hervor.
Nackt. Er war nackt. Und die Hände, drückten seinen Hintern auseinander, pressten sich in ihn. Brutal, ohne Rücksicht. Arlyn schüttelte den Kopf, versuchte, alles zu verdrängen. Was geschah hier nur mit ihm? Was war das? Woher kamen diese Bilder?

„Das darfst du nicht! Das darf niemand. Ich will das nicht mehr“, stieß er keuchend hervor und hob die Stimme weiter. „Fass mich nicht an! Nie wieder!“
Dravo täuschte einen Angriff mit dem Stock vor und tatsächlich bewegte Arlyn seinen Stock kurz abwehrend hoch. Er konnte auch nicht weiter ausweichen. Hinter ihm war die Wand und Dravo machte sich jetzt einen Spaß daraus, ihn mit dem Stock spielerisch abwechselnd von Hand zu Hand anzugreifen und mit der anderen jeweils nach seinem Gesicht, seinen Schultern, den Beinen zu greifen. So, zwang er Arlyn zu ständigen Abwehrbewegungen seiner Hände und immer mehr auch des Stocks in seiner Hand.

Arlyn wich immer wieder der Hand und dem Stock aus, aber Dravo bedrängte ihn einfach fortwährend weiter und drückte ihn dann urplötzlich mit seinem ganzen Körper gegen die Wand, machte ihn bewegungsunfähig, indem er ihn mit dem Stock vor der Brust an die Wand presste.
Er brachte sein Gesicht ganz dicht an Arlyns heran. Sein Atem streifte dessen Gesicht, sein Körper presste sich gegen den des Jungen unter ihm. Es war erregend und Dravo genoss es mit jeder Faser seines Körpers.

Arlyn wand sich, kämpfte gegen weitere Bilder, fühlte wie sein Körper sich anspannte und es unter seiner ganzen Haut kribbelte, wie tausend kleine Insekten.
„Gefällt dir das, hübscher kleiner Arlyn?“, flüsterte Dravo ihm erregt ins Gesicht und lachte über dessen entsetzte Grimasse.
Arlyn keuchte vor Anstrengung sich zu befreien und wand sich immer heftiger.

„Was nun? Du kannst dich nicht mehr wehren! Jetzt kann ich alles mit dir machen, was ich möchte, schöner Arlyn! Ich kann dich hier berühren, oder hier!“
Dravo strich ihm über die Wange, fuhr ihm durchs Haar und genoss die Berührungen und die Nähe des schlanken Körper. Es erregte ihn, den Jungen so wehrlos vor sich zu haben. Es war so vertraut.

„Und du kannst dich nicht mal gegen mich wehren! Du wirst einfach erdulden müssen, was ich mit dir mache“, bedrängte ihn Dravo weiter, fühlte, wie sich der schmale Körper unter ihm stärker anspannte, regelrecht zu glühen schien.

„Aber du hast einen Stock, Arlyn“, flüsterte er weiter. „Du kannst mich ja daran hindern, dass hier zu tun!“
Dravo beugte sich vor und küsste ihn fest und fordernd auf den Mund, drängte seine Zunge in Arlyns überrascht leicht geöffneten Mund.
Er fühlte, wie Arlyn versuchte zu schreien, aber sein Mund bedeckte den seinen und trotz der absurden Situation, genoss Dravo die Berührung, auch wenn die sonst so weichen Lippen hart verkrampft waren. Er fühlte, wie sich Arlyn noch stärker anspannte und setzte nach, löste kurz seine Lippen von seinen.

„Wehr dich doch gegen mich! Benutze den Stock. Bist du wirklich nur ein ängstlicher kleiner Junge, Arlyn?“, reizte Dravo ihn weiter. Er musste sich stark beherrschen, als er sah, wie die dunklen Augen feucht wurden und er den Kopf heftig von links nach rechts warf und versuchte Dravo von sich zu drücken. Seine Augen schienen fast schwarz zu sein. Arlyns Körper vibrierte, fühlte sich an, als ob er gleich explodieren würde.

Arlyns Schrei wurde erstickt. Dravos Kuss explodierte in ihm, öffnete eine Tür, aus der nun zähflüssig etwas kam, was er nicht mehr aufhalten konnte.
Erneut beugte sich Dravo vor um ihm einen Kuss zu stehlen, da fühlte er, wie Arlyn ihm den Stock in den Bauch rammte, aber der Stoß war viel heftiger, als es nur der Stock hätte sein können, ließ ihn haltlos zurück taumeln und zu Boden gehen.
Schmerzvoll keuchend rappelte er sich wieder auf. Arlyn sah ihn entsetzt an, starrte dann wieder auf seine Hände, die den Stock noch hielten.
Er hätte keinen Stock benötigt, der Stoß war eher aus ihm gekommen. So als ob seine Hände etwas aus ihm entlassen hätten, was Dravo so zurück gestoßen hatte.

Dravo lachte mehrfach kurz, abgehakt, erstaunt und gequält auf. Verdammt, er hatte es ja gewollt, aber das tat verdammt weh! Prima, Arlyn wehrte sich, aber der Schlag ging ihm wirklich voll in den Magen.

„Verzeih, mir!“, presste Arlyn erschrocken hervor und ließ den Stock wieder sinken, „Das wollte ich nicht! Ich wollte dich nicht verletzen.“
Er hatte Dravo angegriffen und ihm weh getan! Entsetzt sah er wieder auf seine Hände. Etwas war in ihm, was Dravo verletzten konnte und es auch wollte. Etwas, was er nicht wirklich kontrollieren konnte.

Dravo schluckte mühsam aber entschlossen den Schmerz hinunter und trat erneut drohend auf Arlyn zu, straffte seine Gestalt, den Schmerz in seinem Magen ignorierend.

„Meinst du, das hält mich schon davon ab? Bin ich ein kleiner Junge, der sofort heult, wenn man ihm wehtut?“
Dravo bewegte sich wieder sehr schnell und ergriff den wieder wie erstarrt dastehenden Arlyn am Arm, zerrte ihn von der Wand weg und auf den Übungsplatz hinaus. Taumelnd kam Arlyn wieder zum Stehen als er ihn endlich losließ und hob wieder leicht abwehrend den Stock.
Verwirrt starrte er Dravo an.

Dravo wartete nicht lange, griff ihn übergangslos an und stieß ihn mit einem heftigen Stoß erneut grob zu Boden. Arlyn wandelte seinen Sturz sofort um, rollte sich herum und sprang wieder auf, hob den Stock jetzt aber abwehrend hoch.
Sein Körper schien aufgeladen, wie bei einem Gewitter. Etwas in ihm suchte ein Ventil und er kämpfte es nur mühsam wieder und wieder zurück. Er wollte Dravo nicht verletzten! Egal, was dieser ihm antat, egal, wie der ihn bedrängte.

Dravo grinste hämisch, als er so zögernd dastand und griff erneut an. Arlyn sprang blitzschnell zur Seite, wich dem Stock aus, konnte aber nicht verhindern, dass ihn Dravo leicht streifte. Schmerzhaft verzog er das Gesicht, aber kein Laut kam über seine Lippen.
Dravo betrachtete ihn, verbannte alles Mitleid aus seinem Blick und seinen wahren Gefühlen und setzte ihm wieder zu.
„Bist du ein kleiner Junge, der heult, wenn man ihm wehtut, Arlyn? Bist du der Junge, der Angst vor jedem Schatten hat?“, fragte er ihn höhnisch, während er ihn wieder und wieder angriff. „Master Myrt hatte vielleicht doch recht. Du bist kein Kämpfer. Du wehrst dich nicht, du erstarrst in Angst und deshalb wird man dir immer weh tun!“

Dravo sprang schnell um Arlyn herum, erahnte dessen Ausweichbewegungen. Stoppte ihn immer wieder ab, berührte ihn mit dem Stock, mit seiner Hand. Arlyn drehte sich verzweifelt mit, seine Augen riesengroß aufgerissen.
„Jeder kann dir weh tun, Arlyn! Jeder kann dich berühren, anfassen und du kannst dich nicht dagegen wehren. Ich kann dich anfassen und ich werde es tun! Und ich kann dir auch wehtun, wenn ich es möchte“, lachte ihm Dravo hämisch ins Gesicht, schob alle seine Gefühle beiseite, die ihm sagten, dass er sich wie der letzte Mistkerl benahm und vermutlich gerade das erste und letzte Vertrauen zerstörte, welches Arlyn je zu ihm aufgebaut hatte.

Er sah, wie Arlyns Gesichtszüge sich urplötzlich veränderten, als er fast die gleichen Worte verwendete, wie Master Myrt.
Fast schien es, als ob Arlyn hier und jetzt vor ihm wieder in Tränen ausbrechen würde, aber als Dravo seinen Stock drohend erhob und einen Schritt auf ihn zuging, veränderte sich Arlyn erneut. Er senkte den Stock ganz leicht, aber Dravo erkannte mit dem geschulten Blick eines Kämpfers, wie er sich anspannte, sein Körper schien sich zu straffen und ein Ausdruck von wilder Entschlossenheit trat plötzlich auf sein Gesicht.
Begeistert erlebte Dravo, wie er sich in den stolzen, jungen Mann verwandelte.

Ich wusste es doch, jubelte er innerlich, war sich aber gleichzeitig darüber im Klaren, dass er noch nicht gewonnen hatte.
Als Dravo seinen Stock auf ihn zuschnellen ließ, parierte Arlyn seinen Stoß.
„Nein.“ stieß er laut aufheulend hervor.

Dravos Schlag wurde noch in der Luft abgefangen, bevor die Stöcke sich berührten, aber es ging viel zu schnell, als dass Dravo es bemerken konnte. Arlyns heftige Abwehr prellte ihm beinahe den Stock aus der Hand und er kämpfte erstaunt um sein Gleichgewicht.

„Du wirst mir nicht mehr wehtun! Niemand darf das!“, brüllte Arlyn plötzlich los. Hieb mehrfach nach Dravo, der sich schnell und geschickt in Sicherheit brachte.
Arlyns Augen hatten wieder ihr Türkis angenommen, aber in ihnen war ein überaus gefährliches Funkeln, was den Kämpfer in Dravo sofort alarmierte.

Arlyn fühlte etwas durch sich strömen. Warm, mächtig, vertraut, prickelnd. Aber er erlaubte nicht, dass es von ihm Besitz ergriff. Wie er Dravos Angriff abgeschlagen hatte, so drängte er auch diese wilde Macht in sich zurück, die ihn in die Knie zwingen wollte, die wollte, dass er sich ihr ganz ergab. Sie wollte töten, zerreißen, zerstören, Dravo vernichten, aber dass würde er nicht zulassen.

Bilder zuckten immer und immer wieder durch seinen Geist, versuchten ihn zu verwirren.
Arlyn stieß einen wütenden, gequälten Schrei aus.
„Ich hasse es, wenn sie mich anfassen! Sie tun mir so weh! Ich will nicht, dass jemand das tut! Hast du verstanden? Niemand darf es“, schrie er Dravo zornig an.

„Dann wehre dich endlich“, brüllte Dravo ebenso zurück und drang erneut auf ihn ein. Wieder parierte Arlyn seinen Angriff.
Oh ja, dachte Dravo anerkennend, er ist wirklich schnell.
„Los komm schon Arlyn! Willst du warten, bis ich dich wieder erwische?“, provozierte ihn Dravo weiter. „Ich kann dich jederzeit schlagen, du kannst mir ja doch nichts entgegensetzen. Du bist so schwach und hilflos, mein Hübscher!“
Entzückt bemerkte Dravo, wie Arlyn ihn wütend anfunkelte und augenblicklich angriff. Er war dabei so schnell, dass Dravo fast zu spät seinen Stock hoch hob und den Angriff abwehrte. Arlyn wich hingegen kaum zurück und holte erneut aus, deckte Dravo mit einer sehr schnellen Serie von Hieben ein. Dravo konnte sich dennoch ein zufriedenes Lächeln nicht verkneifen, als er Arlyns wütende und immer schneller erfolgende Angriffe abwehrte.
„Komm, mein wunderschöner Arlyn“, provozierte er ihn weiter, „Kannst du nicht mehr als ein bisschen mit dem Stock herumfuchteln?“, lachte er ihn aus, wich schnell aus, als Arlyn ihn wieder angriff.
„Ich werde dich gleich übers Knie legen und dir deinen hübschen Hintern versohlen, vielleicht heulst du dann wieder! Ich werde es tun, wenn du nicht mal etwas ernsthafter dabei bist“, drohte ihm Dravo grinsend und sah wie Arlyns Gesicht sich vor Wut weiter verzerrte.

„Versuchs doch“, brüllte Arlyn ihn an, hieb nach ihn, erwischte ihn am Oberarm und Dravo sprang blitzschnell zurück.
„Ich bin nicht hübsch! Hör auf mich immer so zu nennen!“, schrie ihn Arlyn wütend an, ließ all seine verwirrten Gefühle in seine Worte fließen, als ob er endlich ein erstes Ventil gefunden hätte. Sein Stock kam wirbelnd herum, schlug nach Dravos Beinen, der schnell hochsprang, und so seine Knie rettete.

„Ich bin nicht schön! Ich will das nicht sein! Wollte ich nie!“, schrie ihn Arlyn weiter an. „Warum könnt ihr mich nicht alle einfach in Ruhe lassen? Ich hasse das! Ich hasse euch!“
Die Bilder und die Macht in ihm wichen langsam hinter seine Wut zurück. Zurück blieb nur noch der Stock mit dem er wieder und wieder Dravo angriff.

„Ständig wollt ihr was von mir. Mich anfassen, mich berühren! Immer und immer wieder! Niemand darf das. Niemand darf mich anfassen“, brüllte er mit sich überschlagender Stimme, „Niemand! Niemals wieder!“
Arlyn schrie. Er schrie ohne Worte.
Dravo wusste, dass er ihn soweit hatte. Arlyn schrie ihn an und griff ihn nun noch ernsthafter an. Es war, als ob er ein wildes Tier befreit hätte. Arlyn schrie seine Wut mit jedem Schlag mehr heraus.

„Ich will keine Angst mehr haben. Ich will nicht, dass sie mich anstarren. Ich will mich nicht mehr vor euch fürchten. Nie mehr! Hörst du? Niemals wieder, wird mir jemand so weh tun!“
Seine Stimme kippte und er benutzte keine Worte mehr, schrie nur noch seine Wut und die Angst hinaus.

Etwas durchflutete ihn warm und vertraut. Es war, als ob er etwas in sich gerufen hätte und es antwortete, zart und leise, unsicher und noch zögernd aber freudig. Nicht furchterregend, unkontrollierbar, sondern etwas, was er selber war, was ihn selber ausmachte.

Arlyn sah auf Dravos nach wie vor hämisch grinsendes Gesicht und voller Zorn stürzte er sich nun auf ihn, griff ihn in einer raschen Abfolge immer wieder heftig an, wirbelte den Stock schnell in sich ständig variierenden Mustern herum.
Dravo reagierte schnell, denn dass musste er nun auch. Arlyn kämpfte wie ein Berserker. Er schien fast von innen heraus zu glühen. Dravo hatte den Eindruck, als ob seine Haut leicht schimmern würde, als er ihn nun ganz ernsthaft und überaus zornig angriff.

Dravo fühlte es warm in sich aufsteigen. Der Junge war soweit, er kämpfte und wie! Er konnte seine Freude über Arlyns Verwandlung kaum verbergen. Arlyn lieferte ihm nun einen wirklich guten Kampf, der von Arlyns Seite aus auch absolut ernst gemeint war. Dravo konnte sein breites Grinsen kaum verbergen.

Schließlich lachte er laut auf und war dadurch kurz zu langsam und steckte einen sehr heftigen Schlag gegen seine Schulter ein.
Stöhnend hielt er sich die Schulter. Verflucht, tat das weh!

Arlyn zögerte urplötzlich in seinem nächsten Angriff, als er sah, wie Dravo zurück taumelte, schmerzhaft das eben noch lachende Gesicht verzog und brach seinen Angriff sofort ab. Das merkwürdige Gefühl, das unter seiner Haut kribbelte, verschwand langsam wieder, aber er fühlte sich seit langen wieder wohler in seinem Körper, als ob er wieder vollständiger geworden wäre.
Plötzlich wurde ihm aber wieder bewusst, was er da gerade getan hatte!

Erstarrt stand er da und sah auf den Mann, den er gerade geschlagen hatte. Sein Kopf dröhnte noch, er war völlig außer Atem, weil er Dravo so angeschrien hatte. Was hatte er nur getan?
Fassungslos stand er vor Dravo.
Der hob abwehrend eine Hand und keuchte, immer wieder von Lachen unterbrochen: „Ich wusste es doch!“

Stöhnend hielt er sich die Schulter, bewegte sie vorsichtig, aber anscheinend hatte Arlyn ihm wirklich nichts gebrochen.
„Verdammt, tut das weh!“, stöhnte er schmerzhaft, immer wieder von Lachen geschüttelt. „Arlyn, du kannst ja kämpfen. Du kannst dich wehren und bei den Göttern, du hast mich voll erwischt!“
Arlyn stand unschlüssig da, starrte ihn nur an.
„Verflucht, das gibt einen ordentlichen blauen Fleck!“, klagte Dravo weiter, kämpfte gegen die Übelkeit an.

Arlyn war noch immer auf einen Angriff gefasst, aber Dravo senkte jetzt den Stock und taumelte fast, hielt sich noch immer die Schulter. Das würde dauernd, bis der Bluterguss weg war, dachte er, aber das war es wohl wert.
Allein der Kuss, war es wert gewesen. Kein Vergnügen ohne Schmerz, dachte er ironisch und bitter.
Er wartete, bis der Schmerz weiter nachließ und hob dann wieder langsam den Stock.

„Gut! Damit haben wir wohl geklärt, dass du dich durchaus wehren und mich angreifen kannst“, grinste er mit schief gelegtem Kopf. Entzückt betrachtete er den jungen Mann vor sich. So gefiel ihm Arlyn noch viel besser. Schmerzhaft zog es in seinen Lenden, dass Gefühl des schlanken Körpers an seinem, war noch zu präsent.
„Wollen wir jetzt weiter üben oder hast du für heute genug?“, fragte er Arlyn, überspielte seine Begierde, schnell.
Der sah ihn merkwürdig an, als er plötzlich wieder dem Dravo gegenüberstand, den er kannte. Dem Mann mit den sanfteren Augen, den jungenhaften Gesichtszügen. Der Mann, der in ihm diese besondere Wärme auslöste.

„Du hast das mit Absicht gemacht?“, fragte Arlyn plötzlich völlig überrascht und verblüfft nach. Langsam verrauchte seine Wut. „Ich meine, alles was du gerade gesagt und getan hast? Das war Absicht?“

„Aber klar!“, amüsierte sich Dravo feixend.
Arlyn sah ihn zweifelnd an.
„Ich wollte, dass du dich endlich wehrst, mich angreifst und das hast du ja auch brav getan“, grinste Dravo amüsiert über Arlyns noch immer so fassungsloses Gesicht und hielt sich dann schmerzhaft die Schulter.
Alleine der Kuss war es wirklich, wirklich wert, dachte er, während er das Gesicht erneut verzog.

Arlyn starrte ihn weiterhin an, bis Dravo die Augenbrauen hochzog und ihm zuwarf: „Willst du da jetzt noch stundenlang herumstehen und mich anstarren, oder den Stock benutzen und sehen, ob du diesem Zufallstreffer noch einen weiteren hinzufügen kannst, oder ich dich doch noch übers Knie legen kann?“

Arlyn löste sich fast schon erschrocken aus seiner Starre und hob den Stock erneut.
Wärme durchflutete ihn und Respekt vor diesem Mann, der ihn so an seine Grenze gebracht hatte, aber ihn letztlich auch dazu gebracht hatte, sich wirklich zu wehren und endlich zu sagen, was ihm Angst machte.
Es war wie ein Ventil gewesen. Arlyn fühlte sich wie befreit, als ob endlich etwas in ihm sich befreit hätte. Nicht völlig, dass fühlte er sehr wohl, aber etwas war passiert. Etwas, was ihm nicht mehr so viel Angst, wie zuvor machte.

Er musste urplötzlich lächeln, als er daran dachte, wie ihn Dravo dazu gebracht hatte, den Stock endlich doch einzusetzen.
Da war dieser geraubte Kuss gewesen. Im Nachhinein spürte Arlyn noch Dravos weiche Lippen auf seinen und es war durchaus auch angenehm gewesen, dachte er verblüfft. Ebenso sein Körper an seinem. Angsteinflössend aber auch irgendwie... anders.

Aber er würde ihn nicht wieder so ungefragt und so nahe an sich herankommen lassen. Nicht, wenn er es nicht wollte. Aber darüber würde er ein anderes Mal nachdenken müssen. Denn ob er das wollte oder nicht, darüber war sich Arlyn gar nicht mehr so ganz sicher.
Er schob den Gedanken entschlossen beiseite, hob kampfbereit den Stock und spannte sich, um Dravo entgegen zu treten.
„Okay“, sagte er und holte tief Luft, „Versuchs doch, wenn du dir noch mehr blaue Flecken einhandeln möchtest!“<

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