Samstag, 8. Dezember 2012

8. Adventstürchen

Willkommen zum 8. Türchen.
Heute erwartet euch der erste Teil eines kleinen Spin-Offs. Wer meine Storys Mecklenburger Winter, ITop, IAnders, Hard Skin usw kennt, wird einige alte Bekannte wiedertreffen ... Ich wünsche allen viel Spaß bei Pink X-MAS.







(C) www.pixabay.de
Schwerin?“
Alex sah Markus mit gerunzelter Stirn an. Ein Wassertropfen rann über seine Nase.
Ja, eine Stadt in Mecklenburg Vorpommern, mit einem Schloss und Seen“, erklärte Markus und lächelte verschmitzt. „Sag bloß, die kennst du nicht.“
Klar weiß ich, was Schwerin ist. Ich habe dort schon Konzerte veranstaltet“, brummte Alex und fuhr sich mit den Fingern durch die Haare. Gott, er sah so unglaublich sexy aus, wenn seine Haut noch feucht war und die Tropfen wie Perlen darauf schimmerten. Markus' Finger zuckten automatisch hoch und legten sich von hinten auf seine nackten Schultern. Alex seufzte und lehnte sich gegen ihn, während er sich weiter rasierte: „Ich weiß nur nicht, was du dort willst.“
Es ist dritter Advent“, brummte Markus, ließ seine Finger nach vorne wandern, über das Schlüsselbein zu den Brustwarzen. Er spürte die festen Muskeln und schnupperte an Alex' frisch gewaschenen Haaren. Dieser Mann war zum Anbeißen. Auch wenn sie gerade unter der Dusche wieder einmal ihrer Leidenschaft freien Lauf gelassen hatten und er haargenau wusste, dass weder Alex noch er selbst schon wieder so weit waren, stieg die wohlbekannte Hitze in ihm auf. Sie nistete in seinem Herzen, ergriff die Wirbelsäule und wanderte durch den ganzen Körper, prickelte wie Sonne auf der Haut, obwohl es Winter war und selbige sich mal wieder hinter Wolken versteckte.
Ja und bald ist Weihnachten.“ Alex drehte den Kopf zur Seite und rasierte sich unter dem Kinn. Markus lächelte, nahm ihm den Rasierer ab und drehte ihn zu sich um. Das typisch spöttisch wissende Alexlächeln erschien und er hob das Kinn herausfordernd an. „Ich habe mit diesem ganzen Gefeiere nicht viel am Hut, weißt du doch“, murmelte er, ohne den Kiefer zu viel zu bewegen.
Markus nickte bedächtig. Letztes Jahr war Alex' Vater gestorben, und obwohl er klaglos die Dawsonschen Christmasfeierlichkeiten mitmachte, wusste Markus sehr wohl, dass Alex es nur ihm zuliebe tat.
In Schwerin ist ein schwuler Weihnachtsmarkt“, fuhr Markus fort, während er den Nassrasierer über Alex' Kinn gleiten ließ. Mister Sexy hatte nichts von seiner Faszination verloren, noch immer konnte sich Markus nicht an seinem Anblick sattsehen und liebte jede Sekunde, die er in seiner Nähe verbringen durfte. Gelegentlich fürchtete er noch aufzuwachen und alles nur geträumt zu haben, aber das leise Schnarchen neben ihm oder der Arm, der über seiner Brust lag, die Haare, die ihn im Nacken kitzelten, bewiesen ihm jedes Mal aufs Neue, dass sein Traummann noch immer neben ihm schlief.
Na toll: lauter gestylte Tunten, die „Last Christmas“ säuseln. Friede und Freude und Lebkuchen. Alles ziemlich klebrig und viel zu süß“, murmelte Alex. „Klingt haargenau nach der richtigen Methode, um in Weihnachtsstimmung zu kommen.“
Mit ein bisschen Glühwein schon.“ Markus grinste. Im Grunde hatte er auch nicht so wirklich Lust zu dem Pink X-MAS Markt zu fahren, aber Tim hatte ihn so lange bequatscht, bis er zugestimmt hatte. Ohne Alex allerdings würde er nicht fahren. „Das wird schon lustig werden. Tim und Mark waren letztes Jahr auch da.“
Alex gab ein unbestimmtes Brummen von sich und drehte den Kopf, sodass Markus die andere Wange rasieren konnte. Seine Hände hatten längst den Weg auf Markus' Hüfte gefunden und streichelten über die Oberschenkel.
Vielleicht finden wir da ja auch noch die Geschenke für Mum und Dad“, versuchte Markus es weiter.
Ich habe meine schon“, gab Alex mit einem triumphierenden Funkeln zu und beäugte sein glattes Gesicht im Spiegel. Er nahm Markus den Rasierer aus der Hand und hob prüfend dessen Kinn an. „Für deine Mum eine Tischdecke und Sets, Servierten und sogar Kissenbezüge in diesem Rosendesign, welches sie so mag. Und für deinen Vater habe ich ein Buch über alte Lokomotiven gefunden. Darüber haben wir uns neulich unterhalten. Vor allem ...“ Er grinste wie ein satter Kater, „habe ich dazu eine Miniatur gefunden, ein Replikat einer alten Lokomotive. Fast nicht mehr zu bekommen.“
Streber“, brummte Markus missmutig und mit schlechtem Gewissen. Alex wusste irgendwie immer, was er schenken konnte und vor allem dachte er rechtzeitig daran. Ihm war noch immer nichts eingefallen. Bis auf das Geschenk für Tim, der sich ein bestimmtes Computerspiel gewünscht hatte. Das war einfach gewesen.
Wenn du nicht mitkommst, musst du heute alleine klarkommen“, fuhr Markus die harten Geschütze auf. „Ich werde mich mit Mark und Tim amüsieren, mir höchstwahrscheinlich ziemlich einen antrinken und vielleicht finde ich jemanden, der sich aufwärmen möchte und ...“
Schon gut.“ Alex grinste ihn an und wischte ihm das Kinn ab. Er wusste ebenso gut wie Markus, dass das eine völlig leere Drohung war. Keiner von ihnen hatte, seit sie zusammen waren, jemals das Bedürfnis nach einem anderen Sexpartner gehabt. „Ich komme mit und werde mein Lächeln aufsetzen.“
Markus umschloss sein Gesicht und zog ihn zu einem etwas ruppigen Kuss heran. Seine Maske trug Alex noch oft genug, er war der Einzige, vor dem er sie völlig fallen ließ. „Du wirst es nicht bereuen“, flüsterte Markus. „Glühweintrinken erhitzt den Körper und irgendwo muss diese Hitze ja hin. Heute Abend wird uns gewiss nicht kalt werden.“ Alex' wissendes Lächeln trieb ihm das Blut heiß durch den Körper. Oh ja, diese Nacht würde gut werden. Wie jede davor auch.

***

Na toll, der Zug kommt zu spät“, brummte Kati und starrte missmutig auf die Anzeige.
Der aus Berlin hat fast immer Verspätung.“ Sophie kuschelte sich tiefer in ihren Schal und dichter mit dem Rücken an Philipp heran, der seine Arme um sie geschlungen hatte. „Sind ja nur fünf Minuten Warten.“ Kati seufzte und rieb ihre behandschuhten Hände aneinander.
Im Auto ist es wärmer“, brummte Jockel und nickte mit dem Kopf hinüber zum Parkplatz.
Stimmt. Du kannst auch im Auto warten“, pflichtete Claas ihm bei und musterte sie kritisch. „Du wirst mit diesen Schuhen nachher auf dem Weihnachtsmarkt ohnehin ganz schön frieren. Hast du keine anderen mit?“
Nein, und sag ja nichts gegen meine Schuhe.“ Kati funkelte ihn herausfordernd an. „Die waren schweineteuer und ich habe ewig gesucht, bis ich sie in meiner Größe und dieser Farbe gefunden habe. Das sind Lover-abgeschossen-Frustschuhe.“
Sind trotzdem keine Winterschuhe“, meinte Claas lächelnd. Kati hatte in letzter Zeit kein Glück mit ihren Beziehungen. Er ergänzte versöhnlich: „Schick sind sie schon. Wo hast du die denn her?“
Na von meinem letzten Besuch in Berlin bei Mel und Pat. Wir waren shoppen und da habe ich die entdeckt, nur leider waren die ersten zu klein. Wir sind den ganzen Nachmittag durch alle Filialen in Berlin gelaufen, nur um die zu finden.“ Kati schmunzelte und besah sich ihre Schuhe. „Wenn ich die da nicht gefunden hätte, wäre ich bei euch in Hannover eingefallen und hätte sie mit dir gesucht.“
Jockel stöhnte verhalten und verdrehte die Augen. Claas konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Nach dem Abitur hatte er einen Studienplatz in Hannover erhalten. Jockel hatte sich tatsächlich umgehend dort einen Job gesucht und ihnen eine kleine Wohnung besorgt. Zum Semesterbeginn waren sie zusammengezogen. Die Mädels besuchten sie regelmäßig ebenso wie Mel und Pat, die vor einigen Monaten nach Berlin gezogen waren und ebenfalls zusammenlebten.
Der Skinhead hatte nur eine Shoppingtour mit Claas und den Mädels in der hannoverschen Innenstadt durchgehalten, seither weigerte er sich strikt, sie noch einmal zu begleiten.
Da kommt der Zug.“ Sophie deutete nach vorne. „Na endlich, dann können wir ja los. Ich habe schon Hunger.
Ich fahre dann bei euch im Auto mit“, meinte Kati und zwinkerte Claas zu. „Jockel und Claas haben Mel und Pat schon ewig nicht gesehen, die werden quatschen wollen.“ Philipp begann zu grinsen und Sophie lachte hell auf, stieß Jockel in die Seite und meinte: „Klar, unsere glatzköpfige Quasselstrippe vor allem.“
Claas redet, ich fahre“, brummte Jockel gutmütig. Dieser seufzte. Jockel besaß seit dem Umzug ein Auto und war unglaublich stolz darauf. Claas hatte seinen Führerschein gerade erst bestanden und hatte bisher nur einmal damit fahren dürfen.
Der Zug kam im Bahnhof Hagenow Land zum Halten und kurz danach stiegen Mel und Patricia aus, beide schwarz gekleidet und blass geschminkt. Claas ging ihnen entgegen und umarmte Patricia. „Hey, Hase, ich habe dich vermisst.“ Sie presste ihn fest an sich und wischte sich gleich darauf eine Träne aus dem Augenwinkel.
Ich dich auch. Hach ist das toll, euch zu sehen.“ Bevor er reagieren konnte, hatte sie auch schon Jockel umarmt, dessen Mund sich zu einem winzigen Lächeln verzog und der die Umarmung erwiderte. Mel umarmte derweil Claas.
Ganz schön lange her. Gewachsen bist du aber nicht“, meinte sie lachend.
Unverändert“, gab Claas zurück und stieß sie an. „Und du siehst noch immer nicht wie das blühende Leben aus, aber das ist ja eher ein Kompliment, Madame Zombie.“ Sie grinste und nickte Jockel zu, von dem sich Patricia gelöst hatte, um die anderen zu begrüßen. „Hey, ich kann endlich meine dunkle Seite ausleben und muss mich nur verkleiden, wenn ich zur Arbeit muss. Kleine Kinder erschrecken darf ich noch immer nicht.“
Mel hatte in Berlin einen Job in einer Kindertagesstätte bekommen und Patricia studierte Biologie. Claas musste plötzlich daran denken, dass sie keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern hatte und vermutlich zum ersten Mal, seit ihrem Umzug nach Berlin, wieder in Hagenow war.
Los, lasst uns endlich losfahren. Pink X-MAS wir kommen“, rief Sophie, hakte sich bei Philipp und Kati ein und marschierte zum Parkplatz los.

To be continued in Part II

Das 9. Türchen öffnet sich morgen auf Ronas Blog

Kommentare:

  1. Pink X-Mass ... ich will da auch hin und die Jungs und Mädels suchen!
    Ein toller Anfang! Wie schön, dass es allen ganz offensichtlich sehr gut geht!
    Und danke Chris, dass du so spontan eingesprungen bist!
    lg
    karo

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  2. OH SCHÖN, alle zusammen - wo wir doch schon so vielen "lebt wohl" sagen mussten :(

    Ich freu mich sehr, dass Claas und Jockel sowie die Mädels zusammen wohnen und es ihnen gut geht. Jockel lässt sich sogar fremdknuddeln - WAHNSINN!

    Schön, dass es hier noch weiter gehen wird
    LG Katrin

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  3. Schön, dass es allen bekannten Gestalten so gut geht. Ich will da auch mit und sie treffen. Allerdings finde ich diese Schrift in meinem Alter wirklich zu klein zum Lesen. Das war sehr anstrengend!

    Danke und ich freue mich schon auf Teil 2!

    LG
    Martina

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    1. Oh guter Hinweis, ich mache sie größer. Aber die story ist auch auf ff nachzulesen ;-9

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  4. Jockel hat mich ja sowas von für sich gewonnen.. >_> *seufzschmacht*
    Den würd ich mir auch als Pappfigur ins Zimmer stellen. Reden tut er ja eh nicht so viel. ;D Wobei - ich glaube, da würde hier jemand eifersüchtig werden. *schmunzel*
    Vielen Dank für das Törchen, freu mich auf Part II :D

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    1. Was für eine Idee fürs Merchandising! Das könnte der Renner werden.

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  5. Der Alltag bei Alex und Markus ist also nicht so immernoch nicht so grau, wie er bei manch anderen Paaren so wird, schön und beruhigend!
    Obwohl...das hätte ich eh nicht wirklich vermutet!
    Da wird sich Alex bestimmt doch noch amüsieren....wenn er eventuell mal wieder auf Dirk treffen wird...???
    Das war eine super, tolle Idee, Chris!!!!
    Hab mich gefreut wie Bolle! ;)

    <3 <3 <3
    LG,
    Carmen

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  6. Ach ja, und auf die Hagenower Clique hab ich mich auch sehr gefreut!
    Toll, Jockel und Claas sind jetzt in Hannover ....Pat und Mel in Berlin zusammen glücklich...alle sind Happy nur Kati kauft sich Frustschuhe, die dann zu kalt sind...die Arme, hehehe...!!!! Die trifft bestimmt die große Liebe dort in Schwerin, hm?

    Nochmal ganz liebe Grüße und ein großes Danke für die tolle Weihnachtsstory!
    <3, Carmen

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  7. Hallo!

    Danke für diese Geschichte. He, freu mich total, dass Jockel und Claas wieder auftauchen. Hab sie schon richtig vermisst. Sind mir eben ans Herz gewachsen. :-) Freu mich auf die Fortsetzung.

    Liebe Grüße.

    Steffi

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  8. Wenn ich das lese würde ich zu gerne mit über den Weihnachtsmarkt bummeln. Schön zu lesen wie gut es ihnen geht.

    LG Rita

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  9. Eine großartige Idee mehrere deiner Geschichten zusammen zu werfen und eine daraus zu machen. Und das beste, gleichzeitig gibt es einen kleinen Ausblick in die Zukunft.
    Ich freue mich schon auf den nächsten Part.

    LG Piccolo

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  10. Dein Schreibstil gefällt mir und die Örtlichkeiten kenn ich auch noch alle...lächel...viel Erfolg weiterhin...liebe Grüße aus dem hohen Norden von der Blackwölfin

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