Mittwoch, 20. April 2016

2. Lesehappen aus Highspeed Love

Hier kommt der zweite Teil des Lesehappens aus "Highspeed Love" Viel Spaß dabei:

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„Morgen“, nuschelte dieser, herrlich zerzaust und verschlafen, mit seinen Klamotten auf dem Arm und ansonsten wie Gott ihn schuf. Oh ja, er war schon ein heißes Gestell. So liebte Cole Männer: breite Schultern, klar definierte Brust- und Oberarmmuskeln. Ein ganzer Kerl eben. Er winkte Eddie zu, dessen Augenbrauen nach oben wanderten und der hastig nach seiner Tasse griff, und verschwand im Badezimmer.
Miss Sunshine strich Cole schnurrend um die Beine und folgte ihm zum Esstisch, wo sie ihm sofort auf den Schoß sprang und die fehlenden Kuscheleinheiten einforderte.
„Solange er dich nicht …“
„Nein, er hält mich nicht vom Training ab. Wir vögeln ab und an, wenn wir im Club aufeinandertreffen, und ansonsten hat er rein gar nichts mit dem Sport oder dem Team zu tun“, erklärte Cole schärfer als beabsichtigt. Er wusste schon, wie Eddie es meinte, doch es ging ihm reichlich auf die Nerven, dass der ihn viel zu oft bemutterte. Er war erwachsen. Schwul und Single und durchaus in der Lage, für sich selbst zu sorgen. Auch, was sein Sexleben anging.
„Schon gut.“ Eddie wiegelte ab, stellte die Kaffeetasse mit Schwung auf den Tisch und holte Luft. „Wegen Pete … Du hast ihn ja gesehen. Die Ärzte sagen, er kommt wieder in Ordnung, aber er ist aus dem Team raus. Niemand kann sagen, ob und wann er wieder einsatzfähig sein wird.“
„Shit!“ Nicht, dass er es nicht geahnt hätte. Ein Schlaganfall war ein Schlaganfall.
„Du sagst es. Und das vor der Saison. Wir brauchen dringend Ersatz und deshalb …“, schwungvoll ließ Eddie seine Hand auf einen der Stapel klatschen, „habe ich dir die Bewerber mitgebracht. Ich habe schon ein paar aussortiert, aber da in erster Linie du mit Petes Nachfolger zusammenarbeiten musst, möchte ich, dass du sie dir ansiehst.“
Cole trank seinen Kaffee und betrachtete die Unterlagen skeptisch. Für Pete Ersatz zu finden würde verdammt schwer werden. Sie waren ein eingespieltes Team gewesen, hundertprozentig hatte er sich auf ihn verlassen können. Ohne einen guten Mechaniker war kein Fahrer etwas wert. Die Saison fing großartig an.
„Für mich muss er nur eins sein: verdammt gut“, brummte er, beobachtete Jeremy, der mit nassen Haaren aus dem Bad kam und mit glückseligem Ausdruck seinen Kaffee hinabstürzte.
„Danke für das Brötchen, Wikinger. Hast du meine Tasche …?“
„Dort. Deine Schuhe links davon.“ Cole deutete in die rechte Ecke hinter der Tür. Erleichtert seufzend schlüpfte Jeremy hinein und schaffte das Kunststück, währenddessen sein Brötchen zu verspeisen. Hach, diese langen Beine in der knackigen Jeans … Ja, Cole wusste schon, warum er nie Nein sagte, wenn Jeremy ihn im Club ansprach.
„Bist du übernächsten Samstag wieder da?“ Jeremy warf sich die Tasche über die Schulter, wischte sich Krümel vom Mund.
„Das nächste Wochenende hat Cole einen Wettkampf, und ich bezweifle, dass er am Samstagabend wieder da ist“, warf Eddie ein. Sein strenger Blick erheiterte Cole, der Jeremy zuzwinkerte.
„Sorry, Kumpel. Wir sehen uns irgendwann im Club wieder. Während der Saison ist es schwierig. Danke für die Nacht.“
„Danke dir, Wikinger.“ Die Tür fiel zu, nur ein vager Hauch von Coles eigenem Shampoo lag in der Luft. Seufzend sah er Jeremy nach. Ein feiner Kerl, und erst der Sex … Immer wieder gut.
„Wikinger?“ Pikiert rümpfte Eddie die Nase. Cole lachte leise und prostete ihm zu.
„Wegen meiner hellbraunen Augen und Haare. Er meint, so hat er sich immer einen Wikinger vorgestellt: Groß, breitschultrig, schulterlange Haare und mit einem Schw…“
„Will ich nicht wissen“, unterbrach ihn Eddie mit erhobenen Händen. „Los, schau dir die Unterlagen an. Ich will das heute noch klären. Vor dem ersten Rennen muss das Team unbedingt wieder vollständig sein.“
Seufzend zog sich Cole den Stapel heran. Es dürfte verdammt schwer werden, Pete zu ersetzen. Neue Leute im Team, das brachte Unruhe, Komponenten, die er neu einkalkulieren musste. Er war niemand, der leicht vertraute, zu oft war er auf die Schnauze gefallen. Seinem Mechaniker musste er allerdings voll vertrauen können. Welcher dieser ihm unbekannten Menschen konnte solch eine Position ausfüllen? Mit Pete hatte ihn eine jahrelange Freundschaft verbunden, sie kannten sich schon aus seinen Rookiezeiten.
Eddie schlürfte seinen Kaffee und beobachte ihn, während Cole nur halbherzig durch die Bewerbungen blätterte. Drei Namen sagten ihm etwas, das meiste waren Männer, eine der Frauen hatte er irgendwann auch mal kennengelernt. Ob sie gut genug waren? Ob sie ins Team passten? Keine Ahnung.
„Du hast doch bestimmt schon jemanden im Auge?“ Cole kraulte Miss Sunshine und zupfte eine kleine Klette hinter ihrem Ohr heraus.
„Habe ich, einen Spitzenmechaniker. Aber ich vermute, er wird dir nicht gefallen.“ Eddie rieb sich das Kinn, zögerte kurz, griff zu einem Ordner, der noch vor Cole lag. Er wog die Unterlagen einen Moment in der Hand, dann drückte er ihm die Bewerbung in die Hand.
Cole schlug den Ordner auf und erstarrte. Er hob den Blick und durchbohrte Eddie. „Das ist nicht dein Ernst?“
„Es ist nicht der, an den du gerade denkst. Das ist sein …“
„Ich weiß, wer das ist. Maxwell Bowders. Der Bruder von …“ Instinktiv wischte er sich über Kinn und Mundwinkel. Dieses markante Gesicht, die kurzen, schwarzbraunen Haare, die lange Nase, die dichten Brauen und diese Augen. Diese verdammten graubraunen Augen. Es schien nicht so lange her zu sein, dass sie ihn hasserfüllt angeblitzt hatten. Die Wucht des Hiebes war auch in der Erinnerung nicht schwächer geworden.
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Nächsten Mittwoch geht es weiter.
Gruß Eure Rih

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